Integration von Geflüchteten aus der Ukraine in die Arbeitswelt

Arbeitsmarkt

Generell kann gesagt werden, dass Personen mit dem Schutzstatus „S“ arbeiten dürfen. Dazu muss ein Gesuch beim Amt für Migration eingereicht werden. Wenn die amtliche Bewilligung vorliegt, darf die Person arbeiten – vorher nicht. Jene Personen mit einem Besuchervisum dürfen nicht arbeiten.
Bewilligungserteilende Behörde ist im Kanton Luzern das Amt für Migration Luzern. Zum Schutz vor Missbrauch und Sozialdumping werden bei Schutzbedürftigen lediglich die Lohn- und Arbeitsbedingungen geprüft. Der Arbeitgeber hat folgende Unterlagen einzureichen:
– Gesuchsformular 2c (im Anhang)
– Kopie Arbeitsvertrag mind. arbeitsgeberseitig unterzeichnet mit orts- und branchenüblichem Lohn
– Nachweis der Stellenmeldepflicht, sofern die Stelle meldepflichtig ist
– Kopie Entscheid SEM bezüglich Gewährung S-Status oder Kopie S-Ausweis
– Passkopie
Die Anträge können per Post an das Amt für Migration, Aufenthalt, Fruttstrasse 15, 6002 Luzern geschickt werden oder per Mail an migration@lu.ch. Bei Fragen zu Gesuchen und Arbeitsbewilligungen für ukrainische Staatsangehörige: 041 228 77 80 oder migration@lu.ch

Fragen und Antworten

Müssen Arbeitsverträge befristet ausgestellt werden?
Sofern orts- und branchenübliche Lohn- und Arbeitsbedingungen geboten werden, ist jegliche Vertragsform (befristet / unbefristet, Teilzeit / Vollzeit, fix oder auf Abruf) zulässig.

Wie sind die Versicherungen geregelt?
Es gibt keine Sonderregelungen in Bezug auf den Versicherungsschutz von Arbeitnehmenden mit Status S.

Können die Geflüchteten aus der Ukraine bei den Banken ein Lohnkonto eröffnen?
Grundsätzlich können Personen mit Status S ein Bank- oder Postkonto eröffnen.

Gibt es Lohn-Vorgaben? Sind die Geflüchteten aus der Ukraine in einem kantonalen Programm angeschlossen?
Der Schutzstatus S ist rückkehrorientiert. Den Personen ist zwar erlaubt zu arbeiten, der Kanton hat aber keinen Auftrag, diese Personen in der beruflichen Integration zu fördern oder zu begleiten.

Sind die Geflüchteten aus der Ukraine unter tags abwesend, weil sie Integrations- und Sprachkurse besuchen müssen?
Der Bundesrat beabsichtigt, einen Beitrag für die Sprachintegration von max. 3’000 Franken (750 Franken pro Quartal) pro Person an die Kantone auszurichten. Der definitive Entscheid des Bundesrates wird am Mittwoch, 13. April 2022 erwartet. Es ist vorgesehen, sofern Bundesbeiträge für die Sprachintegration gesprochen werden, dass Personen mit Status S sich über die Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen zu einem Sprachkurs anmelden können.

Wer ist Ansprechperson bei Problemen?
Da der Schutzstatus S rückkehrorientiert ist, hat der Kanton Luzern – mit Ausnahme allfälliger Sprachförderung – keinen Auftrag, Personen mit Status S in der beruflichen Integration zu begleiten.

Nützliche Links

Gesuch für erwerbstätige Schutzbedürftige S
2022-04-13T15:10:06+02:00